Ausbildung

vielseitig. spannend.

„Obenauf“ sind Dachdecker im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur durch ihren luftigen Arbeitsplatz. Denn das Dachdeckerhandwerk ist als traditionsreicher Beruf anspruchsvoll, abwechslungsreich und interessant. Neben einer aktuellen Ausbildungsordnung bietet das Dachdeckerhandwerk eine sehr gute Bezahlung während der Lehrzeit, einen krisensicheren Job sowie vielfältige Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Dachdecker decken Dächer unter anderem mit Dachplatten, Schindeln, Reet, Metallen, Schiefer und Ziegeln. Sie sorgen dafür, dass Dächer wind- und wetterfest sind. Aber auch das Einarbeiten von Dämmstoffen, das Errichten von Blitzableitern und Außenwandbekleidungen, der Einbau von Dachfenstern und Solarzellen und das Bauen von Dachstühlen und Unterkonstruktionen gehören zu ihrem Tätigkeitsfeld. Neben der Erstellung von kompletten Dächern bei Neubauten kann der Dachdecker auf Jahre hinaus auch „Partner“ sein: zum Beispiel für den nachträglichen Ausbau und die Modernisierung des Dachgeschosses.
Weiterhin dichten Dachdecker Flachdächer unter Anwendung neuester Abdichtungstechniken ab und führen Abdichtungen von Balkonen und Terrassen aus. Sie gestalten Außenwände von Gebäuden mit vorgehängten Fassadenbekleidungen, unterstützen Hausbesitzer bei der energetischen Gebäudesanierung und informieren auch über Fördermittel. Und technische Neuerungen wie der Einsatz von Drohnen oder die digitale Modellierung von Gebäudedaten werden künftig den Beruf des Dachdeckers mehr und mehr bestimmen. Auch in puncto Sicherheit wird viel getan: Die Arbeitsschutzprogramme und Präventionsmaßnahmen im Dachdeckerhandwerk gelten als vorbildlich. Auf der BAU-Messe im Januar 2017 hat der ZVDH die „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ unterzeichnet und unterstützt damit das Präventionsprogramm der BG BAU. Mit einer Handlungsempfehlung zur Verhältnisprävention „Sicher mit System“ hat der Zentralverband ein eigenes Werk herausgegeben, um Betriebe in die Lage zu versetzen, den Anforderungen zur Arbeitssicherheit nachzukommen.

Dachdecker als Klimaschützer
„Dachdecker sind gefragte Fachkräfte und kompetente Ansprechpartner – und das vom Keller bis zur Dachspitze. Denn der Dachdecker wird schon im unteren Teil des Gebäudes tätig – dort, wo das Bauwerk gegen Feuchtigkeit und Grundwasser abgedichtet werden muss. Die Arbeiten des Dachdeckers reichen dann über die Wand und Fassade bis hin zur Kirchturmspitze“, erläutert Claudia Büttner, Pressesprecherin beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Die energetische Gebäudesanierung wird auch für Dachdecker immer wichtiger: zum Beispiel durch den Einbau von Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen auf dem Dach oder durch das Anbringen von Wärmedämmung an den Wänden. „Und als Klimaschützer haben Dachdecker eine weitere wichtige Aufgabe: Auf Flachdächern legen sie Gärten und Teiche an und sorgen damit für wertvollen Lebensraum für Menschen und Tiere. Weiterhin werden durch Gründächer die Schadstoffbelastungen in der Luft vermindert und das Wohnklima verbessert, denn die Bepflanzung reguliert auch die Temperatur des Gebäudes,“ so Büttner weiter.

Voraussetzung
Handwerkliches Geschick ist für diesen Beruf eine wichtige Voraussetzung. Eine gewisse technische Affinität und ein mathematisches Grundverständnis sind ebenfalls von Vorteil, denn man muss Flächen richtig messen und das dafür notwendige Material berechnen können. Angehende Dachdecker sollten sich auch bewusst sein, dass sie viel an der frischen Luft arbeiten – bei fast jedem Wetter. Der Beruf erfordert zudem auch körperliche Fitness. Teamfähigkeit ist ebenfalls gefragt, denn Dachdecker müssen sich auf ihre Kollegen, die sie sichern, 100-prozentig verlassen können. Die praktische Ausbildung erfolgt einerseits direkt in den Betrieben an den Baustellen vor Ort, wo der Auszubildende zum Beispiel den Umgang mit verschiedenen Werkstoffen und Werkzeugen lernt. Der Besuch der überbetrieblichen Ausbildungsstätten und der Berufsschulen ergänzen die Lehrzeit.
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. Von den rund 3200 Lehrlingen, die 2013 eine Ausbildung zum Dachdecker gestartet haben, waren zwei Drittel (64 Prozent) Hauptschulabsolventen.

Vergütung für Auszubildende
Das Dachdeckerhandwerk ist auch schon für Auszubildende lukrativ. Die Ausbildungsvergütung zählt zu den höchsten im gesamten Handwerk. Die Ausbildungsvergütungen für Dachdeckerlehrlinge wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 Wie folgt angehoben:
1. Ausbildungsjahr: 650,00 Euro (vorher: 600,00)
2. Ausbildungsjahr: 800,00 Euro (vorher 750,00)
3. Ausbildungsjahr: 1050,00 Euro (vorher 1000,00)

Quelle: Deutsches Dachdeckerhandwerk Zentralverband – Faktenblatt „Rund um den Dachdeckerberuf“